Coaching: Was ist das?

Coaching Grafik

Funktioniert Coaching wirklich?

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Das ist eine der meist gestellten Fragen, welche mir von meinen Mitmenschen oftmals (zumindest in meiner Wahrnehmung) mit kritischem Blick gestellt wird. Die zweit- häufigste Frage ist übrigens: „ Funktioniert das wirklich oder ist das nur ein Geschäftsmodell?“

Auf beides sollst Du hier eine Antwort finden.

Definition Coaching – Deutsche Bundesverband Coaching e.V.

 Zu Beginn, der Deutsche Bundesverband Coaching e.V. beschreibt bzw. definiert Coaching wie folgt:

Definition Coaching

Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. primär beruflicher Anliegen.

Danach geht der Text weiter, es werden zwischen Therapie und weiteren Kategorien und Coachings unterschieden, das soll hier aber erst mal keine weitere Rolle spielen.

Es gibt zwei Mängel in der Definition.

Die Definition als solches ist wunderbar, ABER, aus meiner Sicht weist sie zwei Mängel auf:

  1. Sie beschränkt sich auf den geschäftlichen Kontext.
  2. Sie sagt nichts darüber aus, was man sich unter Coaching tatsächlich vorstellen kann (so als noch niemals zuvor Gecoachter).

Zugegeben, die meisten Geschäftsleute wissen mehr oder weniger genau, was sie sich darunter vorstellen können und man muss auch erwähnen, dass es doch eine ganze Menge an Coaching-Formen auf dem Markt gibt, welche unterschiedliche Ansätze verfolgen. Allerdings berücksichtigt diese Definition auch nicht, dass es in den letzten Jahren immer mehr zum Coaching im Privatbereich kommt. Es wurde sogar der Begriff „Lifestyle-Coachings“ dafür entworfen. Dem Durchschnittsbürger ist jedenfalls mit solch einer Definition nicht viel geholfen, wenn es darum geht, sich ein Bild davon zu machen, ob ein Coaching für ihn in Frage kommt.

Lass mich den Coaching-Begriff anhand eines von mir erlebten Beispiels erläutern und eine erklärende Assoziation schaffen.

Im Rahmen meines Grundstudiums als Medientechnologe musste ich, wie viele andere auch, ein Grundlagenpraktikum im Bereich Elektrotechnik machen, in diesem wurde der Stoff des Vorsemesters in praktischen Aufgaben vertieft.

In der Regel bestand der Test aus vier, fünf kurzen Aufgaben, welche schriftlich gelöst werden mussten. Das war meist kein Problem, da immer die gleichen Aufgaben gestellt wurden und diese quasi fast schon traditionell seit Jahren von einer zur anderen Studentengeneration mit Musterlösung weitergegeben wurden.

Allerdings ging das nicht immer gut und so kam der Tag, an dem wir unerwarteter weise in der Gruppe mündlich geprüft wurden. Und so begann der Betreuer, eine Schaltung auf ein altes Blatt Papier zu malen, welche nicht den schriftlichen Prüfungsaufgaben entsprach und fing an, den ersten dazu zu befragen. Das ging der Reihe nach so weiter und jeder hatte das, was er noch aus dem letzten Semester an Halbwissen wusste, aus seinem Gedächtnis gepresst, was allerdings nicht wirklich zur Lösung der Aufgabe beitrug. Da ich der Letzte war, waren auch bereits alle möglichen Ausreden erwähnt und in einem Anflug von Nervosität sagte ich mit unsicherer Stimme:

„Ich kann das einfach nicht, Elektrotechnik lag mir noch nie.“

Zur Orientierung, exakt an dieser Stelle beginnt meine erste un/bewusste Coaching- Erfahrung, hierbei handelt es sich nämlich um einen sogenannten Glaubenssatz. Dazu mehr in einem anderen Beitrag.

Mein Betreuer entgegnete mir mit der Antwort:

„Ich gehe davon aus, dass Sie die Klausur letztes Semester bestanden haben, sonst würden Sie ja nicht hier sitzen. Das wiederum bedeutet, Sie haben das Wissen, aber wie viele Ihrer Kollegen wissen Sie nicht, Ihr Wissen einzusetzen.“

 

Man beachte an dieser Stelle, dass der Betreuer davon ausging, dass ich sehr wohl das Wissen hätte, um die Aufgabe zu lösen, ich allerdings nicht in der Lage war, zu erkennen, wie dieses Wissen genutzt werden kann.

Der weitere Verlauf des Testings sah so aus, dass er uns durch geschickte Fragestellungen dazu gebracht hat, Stück für Stück die Lösung aus dem, was wir an Wissen aus dem Vorsemester hatten, herzuleiten. Und wir hatten allesamt mehr oder weniger „fairdient“ bestanden.

Ich weiß noch genau, wie ich mir viele Gedanken darum gemacht habe, dass nicht mein fehlendes Wissen das Problem war, sondern dass ich nicht in der Lage war, mein vorhandenes Wissen strategisch so zu nutzen, um die Aufgabenstellung zu lösen. Ich sagte damals zu meinem Namensvetter Andreas:

„Weißt Du, eigentlich müssten wir uns nur die richtigen Fragen stellen und man könnte die Aufgabe selber lösen.“

 Warum habe ich das Beispiel gewählt? Ganz einfach, es zeigt gleich zwei grundlegende Aspekte des Coachings auf:

  1. In der Regel haben wir schon die nötigen Ressourcen bzw. Fähigkeiten, in meinem Fall war es das Wissen in mir.
  2. Wenn wir vor einem sogenannten „Problem“ stehen, sind wir oftmals nicht in der Lage zu erkennen, welche unserer Fähigkeiten wir in uns tragen, welche zum Lösen der Aufgaben von uns benötigt werden.

Um wieder zurück zur Frage zu kommen „Was ist eigentlich Coaching?“,

Coaching ist aus meiner Sicht , Menschen mittels Fragen und anderen Interventionstechniken anzuleiten und dadurch aufzuzeigen, wie eine mögliche Lösung für ein „Problem“ aussehen kann und wie sie mit Hilfe des Coaches die dazu nötigen eigenen Ressourcen und Fähigkeiten finden und nutzen können.

Hier lässt sich auch schon klar erkennen, dass Coaching auch immer etwas mit Selbstverantwortung zu tun hat. Diese liegt dabei immer beim Klienten selbst. Nur der Klient selbst kann auch sein „Problem“ lösen.

Welche wichtige Rolle dabei die Verantwortung hat, werde ich im nächsten Blog-Artikel erklären.

In dem Sinne wünsche ich Euch eine schöne Woche und freue mich, wenn Du mir eine Nachricht hinterlässt, in welcher Du mich wissen lässt, ob Dir der Text gefallen bzw. geholfen hat.

Viele Grüße,

Andreas Vögele

 

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